2. Die Matrix aus Anforderungsebenen und Anforderungsbereichen als Planungsinstrument

Die Fachanforderungen unterscheiden drei Anforderungsebenen, die den Schulabschlüssen ESA und MSA bzw. dem Übergang in die Oberstufe (ÜOS bzw. AHR) zugeordnet sind. Innerhalb jeder der Anforderungsebenen müssen – gemäß Vorgabe der Bildungsstandards – drei Anforderungsbereiche angesprochen werden: Reproduzieren (AFB I), Herstellen von Zusammenhangen (AFB II) sowie Verallgemeinern und Reflektieren (AFB III).

Im Unterricht müssen demzufolge für jede Schülerin und jeden Schüler alle drei Anforderungsbereiche angemessen angeboten und entsprechende Leistungen eingefordert werden. Das ist unabhängig von der Anforderungsebene, auf der die Lernenden sich individuell befinden, zu gewährleisten. Es wäre beispielsweise eine Fehlinterpretation, auf der Anforderungsebene des ESA nur Aufgaben anzubieten, die ausschließlich reproduktive Leistungen verlangen.

Das Auswählen und Einordnen beispielhafter Aufgaben in eine 3 x 3- Matrix aus Anforderungsebenen und Anforderungsbereichen ist ein praktikables Instrument, um sich bei der Planung von Unterricht die jeweiligen Anforderungen bewusst zu machen. Dieser Blick auf Differenzierung und auf den geplanten Ertrag der Unterrichtseinheit hat insbesondere für die Aufgabenauswahl zur Gestaltung von Lernumgebungen eine große Bedeutung.
Das bedeutet keineswegs, dass permanent mit Aufgaben in neun Varianten gearbeitet werden muss. Offene, selbstdifferenzierende Aufgaben ermöglichen häufig das gemeinsame Arbeiten an einer Aufgabe; das Zusammenführen der Ergebnisse im Plenum verlangt aber wiederum den gleichen bewussten Blick auf den zu erwartenden, nach Anforderungsebenen unterschiedlichen Ertrag der Aufgabe.

Im Leitfaden wird durch eine Matrix für die Lernumgebung ‚Satz des Pythagoras’ der Output dieser Unterrichtseinheit verdeutlicht.
Ein zweites Beispiel, die Aufgabe ‚Randfelder von Quadraten’, zeigt, wie durch Variation des Aufgabenstamms auf den drei Anforderungsebenen die drei Anforderungsbereiche angesprochen werden können.

Damit die Aufgaben für Unterrichtszwecke eingesetzt werden können, stehen sie als Aufgabenkarten mit Musterlösungen zum Download bereit.

Eine eng an die Definition der Bildungsstandards angelehnte Übersicht ordnet wichtige mathematische Kompetenzen in die Anforderungsbereiche ein. Die Beispielaufgaben verdeutlichen Unterschiede zwischen den Anforderungsebenen.

Beschreibung zentraler mathematischer Kompetenzen (pdf)

Beschreibung zentraler mathematischer Kompetenzen (Word)

Aufgabenbeispiele 'Randfelder von Quadraten' zum Aufstellen und Interpretieren von Termen (pdf)

Aufgabenbeispiele 'Randfelder von Quadraten' zum Aufstellen und Interpretieren von Termen (Word)

Lösungen zu den Aufgabenbeispielen 'Randfelder von Quadraten' (pdf)

Lösungen zu den Aufgabenbeispielen 'Randfelder von Quadraten' (Word)

Aufgabenbeispiele zum erwarteten Output der Unterrichtseinheit Pythagoras (pdf)

Aufgabenbeispiele zum erwarteten Output der Unterrichtseinheit Pythagoras (Word)

Lösungen zu den Aufgabenbeispielen zur Unterrichtseinheit Pythagoras (pdf)

Lösungen zu den Aufgabenbeispielen zur Unterrichtseinheit Pythagoras (Word)