Taschenrechner

Der wissenschaftliche Taschenrechner (WTR) ist das wichtigste digitale Mathematik-Werkzeug.
Wann muss der WTR eingeführt werden?
Wann darf er benutzt werden?
Wie können Kopfrechenfertigkeiten und schriftliche Verfahren bewahrt werden?
Darf im ESA ein einfacheres Gerät verwendet werden?
Darf im MSA für eine quadratische Gleichung die eingebaute Lösungsfunktion des WTR verwendet werden?
Muss die Bedienung auch dieser erweiterten Taschenrechnerfunktionen im Unterricht behandelt werden?

  • Die Einführung des WTR ist verbindlicher Unterrichtsgegenstand in Jahrgangsstufe 7.
  • Die Lehrkräfte können in Unterrichtssituationen die Benutzung des WTR jeweils verlangen, untersagen oder die Werkzeugwahl freistellen.
  • Phasen hilfsmittelfreien Arbeitens sollten auch nach Einführung des WTR regelmäßiger Bestandteil des Unterrichts sein, z. B. fest etablierte Kopfrechenrituale. Dabei kann außer dem Stellen von Kopfrechenaufgaben auch Begriffswissen abgefragt werden.
  • Leistungsnachweise können beispielsweise mit einem hilfsmittelfreien Teil beginnen.
    Ein Leistungsnachweis muss jedoch auch komplexere Aufgabenstellungen enthalten. Dafür sollte man die Nutzung des Taschenrechners zulassen, sobald die Bearbeitung des hilfsmittelfreien Teils abgegeben wurde. Diese Organisationsform ist in allen Leistungsnachweisen nach Einführung des WTR möglich und entspricht der Form zentraler Abschlussarbeiten.
  • Die Erwartungen an die schriftliche Dokumentation von Ansätzen und Lösungen sind durch die Definitionen der Operatoren 'Berechne' und 'Bestimme' im Anhang der Fachanforderungen geregelt.
  • Die Fachanforderungen definieren Mindestanforderungen für Taschenrechnermodelle.
    Die Bedienung der 'erweiteren Möglichkeiten' im Rahmen dieser Mindestanforderungen ist verbindlicher Unterrichtsgegenstand.
  • In den zentralen Abschlussarbeiten dürfen bei der Bearbeitung der Komplexaufgaben alle eingebauten Funktionen des WTR verwendet werden. Unzulässig ist lediglich die Benutzung graphikfähiger Taschenrechner (GTR). Im Abitur kann CAS auf Antrag der Schule zugelassen werden – dann ersetzt das CAS den WTR.

Vorgaben in den Fachanforderungen Mathematik Sek. I:

  • Seite 15 – 16,
  • Seite 24 (rechte Spalte),
  • Seite 32 (rechte Spalte)
  • Seite 43.

Mindestanforderungen an Taschenrechner in der Sek. I

im Umgang mit dem Taschenrechner verbindlich zu behandelnde Inhalte

Konsequenzen für den Unterricht mit tabellarischer Übersicht wichtiger Taschenrechnerfunktionen

 

Einführung des wissenschaftlichen Taschenrechners

Die Schule sollte den Eltern ein bestimmtes Modell empfehlen. Dafür ist es erforderlich, dass die Fachkonferenz sich auf die Verwendung eines Modells einigt und diesen Beschluss im schulinternen Fachcurriculum festhält. Die Anschaffung dieses Gerätetyps kann den Eltern zwar nicht verpflichtend auferlegt werden, aber der Unterricht kann bei der Einführung in die Bedienung nur auf ein konkretes Modell eingehen. Aus diesem Grund ist eine einheitliche Austattung vorteilhaft.

Für die Einführung in die Bedienung ist die Verwendung eines Emulationsprogramms für dieses Taschenrechnermodell sinnvoll. Damit können über einen Beamer oder Großbildschirm Bedienungsschritte demonstriert werden, das Betätigen der Tasten sowie die Display-Anzeigen werden für alle sichtbar. Entsprechende Programme gibt es für praktisch alle Modelle zum Preis eines Taschenrechners.

siehe auch: Leitfaden zu den Fachanforderungen Sek. I, Seite 72 – 75

Der WTR im ESA und im MSA

Der Unterricht muss die kompetente Bedienung des Taschenrechners zum Ziel haben.
Das schließt die folgenden erweiterten Möglichkeiten ein

  • Lösen von Gleichungen
  • Lösen von Gleichungssystemen
  • Anlegen von Wertetabellen

Die Schule sollte anlässlich der Einführung in Jahrgangsstufe 7 nur Modelle empfehlen, die diese Möglichkeiten bieten.

In der Abschlussprüfung ist es prinzipiell zulässig, ein einfacheres Taschenrechner­modell zu verwenden, insbesondere im ESA. Schließlich wäre es beim Bearbeiten der Komplexaufgaben auch zulässig, schriftlich oder im Kopf rechnen. Jedoch ist vor allem im MSA das Verwenden der eingebauten Lösungsfunktionen für quadratische Gleichungen und Gleichungssysteme vorteilhaft, denn es spart Zeit und hilft, Fehler zu vermeiden. Diese Vorteile stellen sich allerdings nur ein, wenn die Bedienung kompetent beherrscht wird. Insofern sind Vor- und Nachteile eines Gerätewechsels abzuwägen. Im Allgemeinen ist davon abzuraten, ein halbes Jahr vor der Abschlussprüfung auf ein komplizierteres Modell umzusteigen.
 

Der wissenschaftliche Taschenrechner im MSA

Nutzung der eingebauten Funktionen des WTR im MSA einschließlich der erweiterten Möglichkeiten

Bedienungsanleitung für die erweiterten Möglichkeiten im MSA:

gerätespezifisches Beispiel 1

gerätespezifisches Beispiel 2