Gewaltprävention und Konfliktkultur

Gewaltprävention und Konfliktkultur sind zwei Seiten einer Medaille, denn ein konstruktiver Umgang mit Konflikten sensibilisiert für die Aspekte von Gewalt und wirkt einer möglichen Eskalation präventiv entgegen. Voraussetzung sind dafür eine klare Haltung und ein Bewusstsein für die Vielfältigkeit der Gewaltformen.

Eine gelebte Konfliktkultur bildet darüber hinaus eine wesentliche Voraussetzung für einen ungestörten Unterricht. Sie bestimmt das Klassenklima, denn Sozialkompetenz setzt im Sinne des sozialen Lernens voraus, dass Konflikte als Entwicklungschancen genutzt werden. Das Schulgesetz verpflichtet deshalb in § 4 (11) alle an Schulen beteiligten Personengruppen zur „gegenseitigen Rücksichtnahmeund Achtung ... Bei der Lösung von Konflikten und bei unterschiedlichen Interessen sollen sie konstruktiv zusammenarbeiten.

Für Schulen sind die Handlungsoptionen im Bereich der Gewaltprävention vielfältig. Eine Fülle von Programmen und Vorschlägen wird angeboten, die von der Umgestaltung und Neustrukturierung der Schule über Intensivierung der Lehrinhalte bis hin zu Lehrerfort- und -ausbildungen reicht. Die Nachhaltigkeit und Effektivität der Arbeit wird durch ein langfristig angelegtes Präventionskonzept gesichert. Auch Maßnahmen und Interventionen, die dokumentiert und evaluiert werden, tragen dazu bei.

Da jede Situation in der Schule eine besondere ist, muss immer im Einzelfall vor Ort mit den Beteiligten geklärt werden, welche präventiven Konzepte und Projekte sowie Formen der Intervention genutzt werden sollen. Dabei ist es ein Grundprinzip des Handelns im Bereich der Gewaltprävention, dass Lehrkräfte bei gewalttätigem Handeln immer und zuverlässig reagieren müssen.

Allgemeine Grundlage einer effektiven Gewaltprävention ist eine frühzeitige, kontinuierliche und langfristige Stärkung der Lebenskompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Aus täter- wie opferpräventiver Sicht hat sich die Stärkung der Schutzfaktoren als der beste Schutz bewährt

Folgende Bausteine gehören daher in das alltägliche Miteinander im Unterrichts- und Schulgeschehen:

  • Entwicklung von Kompetenzen zur konstruktive Konfliktlösung
  • Stärkung des Normenbewusstseins
  • Förderung des interkulturellen Miteinanders
  • Sensibilisierung für Gefahren und Konsequenzen der Gewalt
  • Möglichkeiten der Partizipation in Klasse und Schule

Für die konkrete Arbeit folgt daraus, dass Schule sich einen transparenten Werterahmen zu erarbeiten, Räume für die Förderung der Konfliktmoderationsformen bereitzustellen und Möglichkeiten der Partizipation zu eröffnen hat.

Mobbing/Cybermobbing ist eine besondere Konflikt- und Gewaltproblematik im Kontext von Schulen. Dabei können Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen und Schularten betroffen sein. Art und Umfang von Mobbing haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Soziale Kontakte finden mehr und mehr medial vermittelt im Rahmen sozialer Netzwerke statt. Eine Folge davon ist, dass Schülerinnen und Schüler immer häufiger Opfer von Angriffen werden, die über das Handy und/oder das Internet erfolgen.