Aktionstag zu Bevölkerungsschutz-Themen
Einleitung
Schulen sind eingeladen, sich am landesweiten Aktionstag zum Bevölkerungs- und Katastrophenschutz am 10. September 2026 zu beteiligen. Er soll Schülerinnen und Schülern gezielt Begegnungen mit Katastrophenschutz- und Bevölkerungsschutzthemen ermöglichen und so einen zentralen Beitrag zur Stärkung der Handlungssicherheit und psychischen Resilienz gegenüber krisenhaften Situationen und Katastrophen leisten.
- Der Aktionstag findet in Anbindung an den bundesweiten Warntag statt.
- Dieser fällt in der Regel jährlich auf den zweiten Donnerstag im September.
- Um 11:00 Uhr ist eine Probewarnung (z. B. über Cell Broadcast und Warn-Apps) vorgesehen, um 11:45 Uhr folgt die Entwarnung.
- Die Teilnahme, inhaltliche Schwerpunktsetzung und konkrete Ausgestaltung erfolgen im Rahmen der schulischen Eigenverantwortung.
- Um Originalbegegnungen und praktische Erfahrungen zu ermöglichen, können Schulen den Aktionstag mit zivilgesellschaftlicher Unterstützung durchführen. Es können z. B.
- Kooperationen mit örtlichen Hilfsorganisationen (z. B. Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Technisches Hilfswerk usw.) oder
- Kenntnisse und Fähigkeiten von Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften, der Elternschaft und weiteren Kontakten genutzt werden.
- Mit Blick auf die Kapazitäten an Schulen und der Hilfsorganisationen kann der Zeitpunkt für den Aktionstag auch an einem anderen Tag im Umfeld des Warntages liegen.
- Eine didaktische Einbettung in den Unterricht ist wünschenswert. Bevölkerungsschutzthemen lassen sich in vielen Unterrichtsfächern anschlussfähig umsetzen und bieten auch fächerübergreifende Ansätze.
- Der Tag ist unabhängig von der jährlichen Übung zum Brandschutz.
Inhalte und Methoden
Die thematische Bandbreite des Aktionstages kann von Erster Hilfe über Brandschutz, Medien und Desinformation, bis hin zu Katastrophenschutz bei Wetterextremen reichen. Aber auch sonstige Bevölkerungsschutz relevante Inhalte, die sich aus den Schulfächern, Kenntnissen und Fähigkeiten von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften, der Elternschaft und weiteren Kontakten ergeben, sind denkbar.
Ein Schwerpunkt sollte dabei auf der Originalbegegnung sowie dem praktischen Handeln liegen. Kinder und Jugendliche erfahren, dass ihr eigenes Handeln zählt (Selbstwirksamkeit), und dass sie gemeinsam mit anderen zur Sicherheit ihrer Schule und ihres Lebensumfeldes beitragen können (Gemeinschaftssinn). Empfohlen werden daher insbesondere Methoden wie das Stationenlernen und Workshopformate.
Durch Kooperationen mit Hilfsorganisationen (z. B. Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Technisches Hilfswerk usw.) können konkrete Praxiseinblicke und der direkte Kontakt mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Bevölkerungsschutz ermöglicht werden.
Beispielthemen:
- Informationen zum Bevölkerungsschutz am Beispiel der konkreten Hilfsorganisation (z. B. Aufgabenspektrum und Handlungsfelder)
- Aktives Ausprobieren grundlegender Fertigkeiten, z. B.:
- Rettungskräfte alarmieren
- Erste Hilfe leisten
- mit dem Feuerlöscher umgehen
- Brandschutzmaßnahmen kennenlernen
- Warnsysteme kennen und verstehen
- Informationen und praktische Übungen zur Notfallvorsorge
- Verhalten bei Stromausfall oder Naturgefahren erproben
- "Frag' die Einsatzkraft": Gesprächsrunde z. B. zu
- Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements
- Umgang mit Ängsten
- Bedeutung Hygiene
Kontakt zu Hilfsorganisationen
Sollte die Schule zwecks Kooperationsanfrage mit Hilfsorganisationen Kontakt aufnehmen wollen, hilft die folgende Liste der Ansprechpartner der Hilfsorganisationen in Schleswig-Holstein.
Ansprechpartner der Hilfsorganisationen in Schleswig-Holstein (Stand: Februar 2026)
Über die Kooperation mit Hilfsorganisationen hinaus können Kenntnisse und Fähigkeiten, die in der Schulgemeinschaft vorhanden sind, ebenfalls zur Gestaltung des Aktionstages beitragen.
Beispiele:
- Schulsanitäterinnen und -sanitäter bieten Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften Erste-Hilfe-Snacks (einzelne EH-Übungen) an
- Schülerinnen, Schüler und/oder Lehrkräfte, die Outdoor-Experten sind (z. B. Pfadfinder), bieten Mitschülern und Lehrkräften Outdoor-Snacks an (z. B. Feuer machen, Essen zubereiten, …)
- Analoge Orientierung im Gelände kennenlernen (Papierkarte & Kompass, ohne digitale Endgeräte/SatNav), z. B. als Rallye
- Mitmach-Angebot der Garten-AG (z. B. Pflanzaktion, Anbaukalender etc.)
- Informatikkurs bietet Mitschülern und Lehrkräften Beratung zu IT-Sicherheit für Endgeräte an
- Schülerinnen, Schüler und/oder Lehrkräfte bieten Yoga, Entspannungstraining, Mini-Coachings o.ä. an
- Schülerinnen und Schüler erarbeiten und testen Spiele zu Bevölkerungsschutz-Themen für den Aktionstag im folgenden Jahr oder als Vertretungsstunden-Fundus (z. B.: "Außenseiter", "2 Lügen 1 Wahrheit", Quizlet, …)
- Kennenlernen unterstützter Kommunikation mit Symbolsystemen wie Metacom, um im Krisenfall alle sprachlich erreichen zu können
- Vorträge und Diskussionsrunden mit Experten zu inhaltlichen Themen (z. B. Jugendoffizier Bw, Universitätsdozenten, Polizei, Hilfsorganisationen)
- Inhaltliche Workshops der Fächer (z. B. Arbeitssicherheit im Labor, Erarbeitung von Vorschlägen an den Schulträger zur Verbesserung des Umgangs mit Hitzeereignissen auf dem Schulgelände, Exkursion zu KRITIS im Umfeld der Schule, …)
- Weitere Expertise aus der Eltern- und Schülerschaft nutzen
- Stromausfall-Übung (eventuell gemeinsam mit dem Schulträger): Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte entwickeln Ideen zur Gestaltung eines Schultages ohne Stromversorgung; Schülerinnen und Schüler prüfen Schulgelände auf Evakuierungs-Hindernisse (z. B. elektrische Türöffner) für Personen mit Assistenzbedarf oder Mobilitätshilfen
- Wasserausfall-Übung (eventuell gemeinsam mit dem Schulträger): Dokumentation von Beobachtungen und Ableitung von Maßnahmen durch alle Beteiligten
Zudem steht den Schulen der aktualisierte Notfallwegweiser für Schulen bei Krisen- und Unglücksfällen zur Bewältigung von Krisen und herausfordernden Lagen zur Verfügung. Er enthält bereits viele Hinweise, an die sich bei der Planung eines Aktionstages andocken lässt.
Auch der Leitfaden zum Präventions- und Interventionskonzept bietet Hinweise für weitere mögliche Anknüpfungspunkte bei der Planung eines Aktionstages.
Möglicher Ablauf
Der unten vorgestellte Ablauf ist ein unverbindlicher Vorschlag. Er kann je nach örtlichen Gegebenheiten (z. B. Anzahl der beteiligten Klassen, Anzahl der Angebote, räumliche Möglichkeiten usw.) von der Schule abgewandelt oder völlig anders gestaltet werden. Dies gilt insbesondere auch mit Blick auf eventuelle Anforderungen der beteiligten Kooperationspartner (z. B. Hilfsorganisation) und ihrer jeweiligen Angebote.
Dieser Ablaufvorschlag orientiert sich an einem "klassischen" Schulvormittag (1. bis 6. Stunde). Er stellt das Modell "Workshop" in den Mittelpunkt:
- Jede Klasse besucht eine Anzahl (z. B. zwei) Workshops, die von Expertinnen und Experten angeboten werden (z. B. Vertreterinnen/Vertreter von Hilfsorganisationen, Mitschülerinnen/Mitschüler, Lehrkräfte, Eltern).
- Jeder Workshop findet innerhalb eines Doppelstundenblocks (2x 45 = 90 Minuten) statt und dauert ca. 60 bis 75 Minuten.
- Die jeweils übrigen 15 bis 30 Minuten werden als Wechsel- und Erholungspause genutzt.
- Gerahmt wird der Tag von einer zentralen Begrüßung sowie einem zentralen Abschluss mit Reflexion, Feedback und Ausblick.