Pädagogische Prävention

Prävention nimmt pädagogische Ziele in den Blick und setzt auf diese Weise den im Schulgesetz formulierten Auftrag der Schule um. Sie trägt zu einer gesunden Entwicklung der Schülerinnen und Schüler bei und schafft die Voraussetzungen für ein ungestörtes Lernen im Unterricht.

Die Förderung von Lebenskompetenzen und der Persönlichkeitsentwicklung bildet die Grundlage pädagogischer Prävention. Ihre Ziele im Rahmen von Bildungsprozessen sind Mündigkeit und Kompetenzerweiterung. Von daher konzentriert sich Pädagogische Prävention auf Kompetenzen und Ressourcen.

Der gesellschaftliche Diskurs weist Prävention eine wichtige Rolle und Funktion im Umgang mit Gewalt, Sucht, Jugendkriminalität, Extremismus, Sexualität, Armut, Sicherheit, Kindeswohl und Erziehung zu. Als zentrale Herausforderung wird das Lehren und Lernen personaler und sozialer Grundlagen der Lebensbewältigung eingefordert. Ziele sind die Festigung psychischer und sozialer Strukturen sowie die Bewältigung unkalkulierbarer Frustrationen und Risiken, die sich gerade auch im Schulalltag zeigen.

Das Potenzial von Pädagogischer Prävention liegt in der Verbindung von Vermeiden und Fördern und ist eng verknüpft mit der individuellen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Die individuellen und sozialen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen werden gestärkt sowie die Klassen- und Schulgemeinschaft gefördert.

Präventionspyramide
Prävention in der Schule findet auf verschiedenen Ebenen statt, auf denen in unterschiedlicher Weise innerschulische Kooperation wie auch außerschulische Vernetzungspartner wichtig werden. Die Konzepte und Themen von Prävention unterscheiden sich je nach Zielgruppe und Alter der Kinder und Jugendlichen. Ebenso müssen geschlechts-, kultur- und milieuspezifische Lebenswelten Berücksichtigung finden.

Präventionspyramide

Universelle Prävention richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler. Unabhängig von ihrer individuellen Ausgangslage, resilienter oder vulnerabler Faktoren erwerben sie Kompetenzen zur Stärkung ihrer Persönlichkeit und des sozialen Umgangs miteinander.

Selektive Prävention richtet sich an potentiell gefährdete Schülerinnen und Schüler, die riskantes Verhalten zeigen, wie zum Beispiel im Übergang von der ausgehenden Kindheit ins Jugendalter, die in schwierigen sozialen Verhältnissen leben oder eine schwierige Lebenssituation bewältigen müssen. In diesen Situationen brauchen Schülerinnen und Schüler oftmals einen besonderen Schutz, um entsprechende Krisen aktiv bewältigen zu können.

Indizierte Prävention richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die bereits auffällig sind. Sucht- oder Gewaltsymptome, Schulabstinenz, Leistungsabfall usw. stehen dabei häufig mit mit anderen Problemlagen in Verbindung. Von daher wird die Kooperation mit außerschulischen Fachberatungsstellen oder die Vermittlung an andere Institutionen notwendig sein.