Für die Grundschulen in Schleswig- Holstein bietet das IQSH einen Zertifikatskurs an, der für die Umsetzung von Theater-Projekten in Anlehnung an das Unterrichtsfach Darstellendes Spiel und das Fach Gestalten qualifiziert.

Theater ist schon jetzt in weiterführenden Schulen eine schöne und motivierende Erfahrung, für die beteiligten Schülerinnen und Schüler und ihre Spielleitungen eine willkommene Abwechslung und manchmal sogar eine Erholung neben dem etablierten Fachunterricht.

Flyer Theater-Projekt Grundschule SH

 

Warum Theater auch oder gerade in der Grundschule?

1. Theater kann als Impulsgeber die Schulentwicklung der Grundschule gestalten. Theater kann eine besondere Funktion in der Rhythmisierung und Individualisierung zukommen, da es vielen Bedürfnissen der Kinder nach Bewegung, nach Eigenaktivität und -verantwortung, nach sozialer Interaktion, Handlungs-Spielräumen und einem fächerübergreifenden Lernen mit allen Sinnen entspricht. Durch theatrale Methoden werden neue Lehr- und Lernformen im Grundschulunterricht möglich, die auch entlasten können.

2. Kinder im Grundschulalter sind Experten des Spiels. Sie spielen in ihrem Alltag spontan und intensiv. Sie eignen sich im Spiel die Welt an und kommen mit einem erlernten Erfahrungsschatz an Spielformen in die Grundschule. Theaterunterricht greift die individuellen Spielerfahrungen der Kinder auf und formt diese künstlerisch im Ensemble.

3. Im sensomotorischen Spiel erfahren Kinder ästhetisch Wahrnehmungs- und Ausdrucksschulung. Im Symbol-, Rollen- und Regelspiel erfinden sie eine neue, eigene Realität und weisen Dingen oft eine andere Bedeutung und Aufgabe zu. Sie probieren bekannte oder auch ungewohnte Zugänge zur Welt und setzen sich so mit ihrer Realität auseinander, die sie im Spiel durch ihre Vorstellungskraft umdeuten und bedeutsam machen. 

4. Im Theaterunterricht setzen sich Kinder im Miteinander spielerisch mit ihren Fragen und Themen auseinander: Theater als Spielpraxis stellt als forschendes Lernen die Welt auf die Probe und erfindet Antworten, wie sie gestaltet werden sollte.

5. Theaterunterricht in der Grundschule regt spielerisch bereits früh ästhetische Bildungsprozesse an. Irritation und Scheitern können als produktive Chance erfahren werden, die alternative Handlungsspielräume eröffnet. So lernen Kinder sich selbst und die Anderen kennen und verständigen sich über unterschiedliche Wahrnehmungen und Vorstellungen von Wirklichkeit.

6. Theaterunterricht fördert durch Ensemble- und Projektarbeit in besonderer Weise sowohl Teamfähigkeit als auch die Vielfalt künstlerischer Begabungen der Kinder. Die Bildung ästhetischen Formbewusstseins kommt insbesondere auch Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern zugute und schafft kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe.

7. Grundschule ist der Ort, wo Kinder unterschiedlichster sozialer Herkunft miteinander und voneinander im Theaterunterricht lernen können. Pluralität als gesellschaftliche Chance und Herausforderung zeigt sich besonders in der Grundschule, wo alle sozialen Milieus aufeinandertreffen. Theaterunterricht kann diesen transkulturellen Kosmos ästhetisch, sozial und thematisch sichtbar und erfahrbar machen. Durch spielerische und ganzheitliche Konzepte der Sprachentwicklung und vielfältige körperliche Ausdrucksmöglichkeiten wird Kommunikation und gegenseitiges Verständnis zwischen Kindern mit unterschiedlichsten Migrations- und Bildungshintergründen gefördert, indem das Dazwischen in theatralen Formen offen und wertfrei artikuliert werden kann und in seiner Differenz erfahrbar wird.

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