Suchtprävention

Suchtprävention ist eine zentrale Aufgabe der Gesundheitsförderung an Schulen in Schleswig-Holstein. Sie bezieht sich auf die Vermeidung stoffgebundener Abhängigkeiten, wie zum Beispiel Alkohol, Tabak und Cannabis, sowie nicht stoffgebundener Abhängigkeiten, wie eine exzessive Mediennutzung oder Formen von Essstörungen, aber auch auf andere Risiken, wie akute gesundheitliche Gefährdungen oder Kontrollverlust.

Die Suchtprävention verfolgt das Ziel, Schülerinnen und Schüler zu einem eigenverantwortlichen und kontrollierten Umgang mit Substanzen und ihren Konsumgewohnheiten zu verhelfen.

Sie sollte in allen Klassenstufen und Schulformen unter Einbeziehung entwicklungspsychologischer Aspekte durchgeführt werden. So können Schülerinnen und Schüler schon im Grundschulalter über ihren Medienkonsum oder andere Konsumgewohnheiten reflektieren; denn hier entwickeln sich häufig Muster, die auch im Erwachsenenalter noch wirksam sind. Auch die Lebenskompetenzen sollten als universelle Präventionsmaßnahme über die gesamte Schulzeit
hinweg gefördert werden.

Besonders bedeutsam ist die Suchtprävention mit Beginn der Pubertät. Auf ihrem Weg zum Erwachsensein haben die Jugendlichen viele Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Bestimmte Konsumgewohnheiten erfüllen dabei identitätsstiftende Funktionen und/oder dienen der Kompensation frustrierender Erfahrungen.

Die Vermittlung von Informationen über Risiken und Konsequenzen bestimmter Suchtmittel und Verhaltensweisen erreicht die Pubertierenden oftmals nicht, insbesondere dann nicht, wenn damit moralische Vorwürfe verbunden sind. Daher zielen suchtpräventive Maßnahmen insbesondere in der Pubertät auf die Reflexion eigener Konsumgewohnheiten und Konsummuster ab.

Dabei sind folgende Fragestellungen leitend:

  • Welche Bedürfnisse und Funktionen werden durch den Substanzkonsum oder bestimmte exzessive Konsummuster erfüllt?
  • In welchen Situationen und bei welchem Konsumverhalten kommt es zu Regelmäßigkeiten und Verhaltensgewohnheiten?
  • Welche Alternativen stellen sich Schülerinnen und Schülern? Wie kann das mit dem Konsummuster verbundene Risiko minimiert oder ausgeschlossen werden?

Die Arbeit in den Peergroups bietet dabei die Möglichkeit, gemeinsam zu forschen, zu reflektieren und möglicherweise Handlungsalternativen zu erarbeiten. Dabei werden unterschiedliche Konsumgewohnheiten (z.B. Medien-, Alkohol- und Tabakkonsum oder Essgewohnheiten) differenziert in den Blick genommen.

Ein weiterer Fokus der Suchtprävention liegt auf der Früherkennung und der Intervention. Was kann die Schule in konkreten Fällen tun, wenn Alkohol oder Cannabis konsumiert wurden, wie soll und kann sanktioniert werden und welche Formen der Beratung und Hilfestellung sollten empfohlen werden, um eine pathogene Entwicklung zu verhindern?